F&E-Ausschuss Winter 2025
Beim letzten Austropapier F&E-Ausschuss im Winter, der diesmal online stattgefunden hat, stand – wie so oft – der Austausch im Mittelpunkt: sich gegenseitig auf den neuesten Stand bringen, Einblicke in aktuelle Entwicklungen bekommen und konkrete Ansätze mitnehmen, die für die eigene Arbeit relevant sein können. Neben der Austauschrunde gab es drei Vorträge, die unterschiedliche Perspektiven eingebracht haben – von Fördermöglichkeiten über Innovationsorganisation bis hin zu technologischen Entwicklungen.
Impuls 1: EU ETS Innovation Fund – Förderinstrument für Net-Zero-Technologien (CEPI)
Der erste Vortrag wurde von CEPI eingebracht und widmete sich dem EU ETS Innovation Fund als zentralem EU-Instrument zur Finanzierung innovativer Net-Zero-Technologien in energieintensiven Industrien.
Der Fonds ist EU-weit verfügbar und wird aus Einnahmen des EU ETS gespeist. Für den Zeitraum 2020–2030 steht ein Gesamtbudget von rund € 40 Mrd. zur Verfügung (abhängig vom CO₂-Preis). Gefördert werden sowohl Demonstrationsprojekte als auch industrielle Umsetzungen.
Als zentrale Vorteile wurden hervorgehoben, dass Zuschüsse nicht als staatliche Beihilfen gelten, grundsätzlich alle Kosten als förderfähig anerkannt werden können und hohe Förderquoten möglich sind. Zudem können Unternehmen ihre Projekte eigenständig umsetzen.
Unterschieden wird zwischen zwei Förderinstrumenten: Bei den „Regular Calls“ sind Förderungen von bis zu 60 % möglich, mit Auszahlung entlang definierter Meilensteine (teilweise vor Inbetriebnahme). Bei Auktionen erfolgt die Auswahl über Gebote pro vermiedener Tonne CO₂, die Auszahlung ausschließlich im Betrieb. Bewertet werden u. a. THG-Vermeidung, Innovationsgrad, Projektreife, Replizierbarkeit und Kosteneffizienz. Ergänzend wurden Projektkategorien (Small, Medium, Large) genannt.
Ein weiterer Schwerpunkt war die Innovation Fund Heat Auction 2025 zur Förderung industrieller Prozesswärme (Volumen: € 1 Mrd.). Gefördert werden Elektrifizierung, erneuerbare Wärme sowie hybride Lösungen. Die Förderung ist an tatsächlich erzielte Emissionsminderungen gekoppelt. Rahmenbedingungen sind u. a. eine Mindestgröße von 3 MWth sowie unterschiedliche „Baskets“.
Zudem wurde auf den Vorbereitungsaufwand (mind. sechs Monate), das mehrjährige Monitoring sowie die Project Development Assistance (PDA) hingewiesen.
Impuls 2: Innovationsökosysteme – Digitalisierung und Kooperation als Treiber für F&E (isn)
Der zweite Vortrag wurde von isn – innovation service network GmbH gestaltet und beleuchtete die Rolle von Innovationsökosystemen sowie die Bedeutung von Digitalisierung und Kooperation.
Zentrale Aussage war, dass Innovationsfähigkeit nicht durch einzelne Ideen entsteht, sondern durch ein bewusst gestaltetes Umfeld, das Stabilität und Veränderung verbindet. Unternehmen benötigen neben klassischen Strukturen auch flexible Netzwerkstrukturen. Innovation sollte strukturiert organisiert werden. Genannt wurden u. a. eine klare Innovationsstrategie, definierte Rollen, geeignete Prozesse und Tools, eine belastbare Datenbasis sowie interdisziplinäre Teams und Feedbackmechanismen. Anhand eines Praxisbeispiels wurde gezeigt, wie Innovationsplattformen die strukturierte Sammlung und Umsetzung von Ideen unterstützen.
Zusätzlich wurden die European Digital Innovation Hubs (EDIH) vorgestellt. Diese bieten Unternehmen und dem öffentlichen Sektor Unterstützung bei Digitalisierungs- und Innovationsprojekten und ermöglichen Zugang zu Expertise, Testmöglichkeiten und Umsetzung – vielfach öffentlich gefördert. Die Förderbarkeitsprüfung erfolgt durch isn.
Impuls 3: Forschung zu Bioenergie, Bioökonomie und CCU – Einblick in die Arbeiten von BEST
Der dritte Beitrag wurde von BEST – Bioenergy and Sustainable Technologies GmbH präsentiert und gab einen Überblick über aktuelle Forschungsarbeiten im Bereich Bioenergie, Bioökonomie und CO₂-Nutzung. BEST wurde als Forschungsorganisation mit über 20 Jahren Erfahrung, mehr als 100 Mitarbeitenden und mehreren Standorten in Österreich vorgestellt. Die Aktivitäten decken die gesamte Innovationskette ab und adressieren insbesondere die Schnittstelle zwischen Forschung, Entwicklung und Demonstration.
Ein Schwerpunkt lag auf der Rolle von Synthesegas (Syngas) als Baustein für kohlenstoffbasierte Industrien sowie auf der Syngas Platform Vienna als Forschungs- und Demonstrationsumgebung. Dabei wurde eine Waste2Value-Prozesskette gezeigt, u. a. mit 1 MW DFB-Vergasung und 250 kW Fischer-Tropsch-Demonstrationsanlage, ergänzt durch Infrastruktur zur Gasaufbereitung und Analytik.
Inhaltlich wurden zentrale Forschungsfelder genannt, darunter Substitution fossiler Kohlenstoffquellen, CO₂-Nutzung (CCU), dezentrale Energie- und Ressourcensysteme sowie Digitalisierung und AI. Zudem unterstützt BEST auch die Skalierung und Umsetzung technischer Lösungen.
Wir freuen uns auf den nächsten F&E-Ausschuss im Sommer bei Hamburger in Pitten.