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Energie und Klima

Energie & Klima

Papierindustrie versorgt 100.000 Haushalte

Die österreichische Papierindustrie nimmt ihre Verantwortung in den Bereichen Energie und Klima sehr ernst und bekennt sich klar zu den Klimazielen der österreichischen Bundesregierung sowie der Europäischen Union. Vor diesem Hintergrund hat die Branche eine Dekarbonisierungsstrategie („Road to Net Zero“) erarbeitet, mit dem Ziel, bis 2050 klimaneutral zu werden. Voraussetzung dafür sind jedoch verlässliche regulatorische und technische Rahmenbedingungen. 

Als Teil der Bioökonomie leistet die Papierindustrie bereits heute Pionierarbeit. Schon jetzt kann der Energiebedarf von mehr als 100.000 Haushalten mit Strom und Fernwärme aus der Papierindustrie gedeckt werden. Diese dezentrale Energieversorgung ist besonders energieeffizient, reduziert CO₂-Emissionen und stärkt zugleich den Industriestandort. Insbesondere bei der Nutzung industrieller Abwärme bestehen noch erhebliche ungenutzte Potenziale. Je mehr Anbieter in dieses System eingebunden sind desto besser können Angebotsschwankungen ausgeglichen werden. Durch ein angepasstes Energiemanagement tragen die Betriebe zudem zur Stabilisierung des Stromnetzes bei und leisten systemdienliches Verhalten. 

Faire Wettbewerbsbedingungen bei Energiekosten

Klimaschutzmaßnahmen müssen wirksam, aber auch fair ausgestaltet sein und den globalen Wettbewerbsdruck berücksichtigen. Sowohl im Vergleich mit Drittstaaten als auch im innereuropäischen Wettbewerb braucht die österreichische Industrie faire Rahmenbedingungen – insbesondere bei den Energiekosten. Die Papierindustrie ist mit einer Exportrate von rund 90 % in hohem Maße internationalem Wettbewerb ausgesetzt. Steigende Energiepreise verschärfen diesen Druck zusätzlich. 

Zur Vermeidung von „Carbon Leakage“ hat die Europäische Kommission den EU-Mitgliedstaaten bereits 2012 die Möglichkeit eingeräumt, indirekte CO₂-Kosten zu kompensieren. Dieses Instrument wurde in Österreich 2022 einmalig umgesetzt. Für die Jahre 2025 und 2026 wurde im Oktober 2025 das Standortabsicherungsgesetz mit einer Mittelaufbringung von jeweils 75 Mio. Euro beschlossen. Die Papierindustrie begrüßt diese Entlastung ausdrücklich. Gleichzeitig ist eine höhere Dotierung erforderlich, um die internationale und europäische Wettbewerbsfähigkeit österreichischer Unternehmen sicherzustellen und langfristige Planungssicherheit zu gewährleisten. 

Die von der Bundesregierung geplante Verlängerung der Maßnahme bis 2029 sowie die Einführung eines Industriestrompreises ab 2027 setzen wichtige und richtige Signale. Entscheidend ist jedoch die Kumulierung beider Instrumente, da nur so eine wirksame Entlastung energieintensiver Betriebe erreicht werden kann. 

Ein Blick nach Deutschland verdeutlicht den Handlungsbedarf: Als größter Wettbewerber österreichischer Industriestandorte hat Deutschland seine Strompreiskompensation bereits bis 2030 budgetiert und bei der Europäischen Kommission notifiziert. Zusätzlich wurde dort ein Industriestrompreis ab 2026 mit einem im Vergleich zu Österreich deutlich höheren Finanzvolumen beschlossen. Dies erhöht den Druck auf österreichische Unternehmen erheblich. 

Papierindustrie investiert in Klimaschutz

Die Papierindustrie bekennt sich nicht nur zu den Klimazielen, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zur CO₂-Reduktion. Bereits heute ist es gelungen, die CO₂-Emissionen vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln und die fossilen CO₂-Emissionen seit dem Jahr 2000 um rund 20 % zu senken. Für die kommenden Jahre haben mehrere Standorte weitere Investitionen in Dekarbonisierungsmaßnahmen angekündigt – etwa in innovative, nachhaltige Produkte und in eine klimafreundliche Energieversorgung. 

Für die Branche gilt es, die Chancen der Dekarbonisierung konsequent zu nutzen. Voraussetzung dafür ist eine gezielte finanzielle Unterstützung CO₂-armer Technologien, insbesondere dort, wo sie mit den geringsten Kosten den größten Klimanutzen erzielen. Die Papierindustrie ist bereit für den nächsten großen Schritt: die Substitution fossiler Rohstoffe durch erneuerbare, nachwachsende und biogene Alternativen. 

Darüber hinaus nimmt die Papierindustrie eine Schlüsselrolle im Bereich der Negativemissionen ein. Das biogene CO₂, das in Papierfabriken ausgeschieden wird, bietet ein erhebliches Potenzial für den Klimaschutz.  

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NEFI-Konferenz 2024

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Austropapier hat im Rahmen der Nefi-Konferenz in Wien aufgezeigt, welche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Dekarbonisierung der Papierindustrie notwendig sind.

Ansprechpartnerin
Sherin Gharib Referentin Energie und Klima

Energie ist ein entscheidender Standortfaktor für die österreichische Papierindustrie, die mit 60 % Erneuerbaren in der Produktion an der Spitze der Industrie steht. Wir investieren seit Jahren konsequent in die Energiewende und Bioökonomie – benötigen dafür aber auch stabile gesetzliche Rahmenbedingungen. Diese proaktiv mitzugestalten ist meine Aufgabe als Energie- und Klimareferent.

Kennzahlen
10 Prozent der in Österreich erzeugten Energie aus Erneuerbaren stammen aus der Papierindustrie.
69 Prozent der eingesetzten Energie kommt aus erneuerbaren Quellen.
450.000 Tonnen CO2 konnten in den letzten 5 Jahren eingespart werden.
15.700 GWh Energie werden pro Jahr verbraucht.
17.900 GWh Energie produziert die Branche insgesamt.