Anfang des Monats fand das jährliche PEFC Forest Forum statt – diesmal in Ho Chi Minh City, Vietnam. Unter dem Leitgedanken, verantwortungsvolle und nachhaltige Waldbewirtschaftung weltweit zu stärken, kamen Mitglieder und Stakeholder aus der ganzen Welt zusammen, um sich über Chancen, Herausforderungen und innovative Ansätze der Waldzertifizierung auszutauschen.
Holz aus nachhaltigen Quellen
Die österreichische Papierindustrie bekennt sich zur nachhaltigen Forstwirtschaft. 100 % des Holzes, das sie verarbeitet, stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft. Diesen Nachweis liefern Forstzertifizierungssysteme wie PEFC und FSC, die mit robusten Standards im Wald und entlang der gesamten Wertschöpfungskette arbeiten.
Die Branche legt besonderen Wert auf Transparenz der Wertschöpfungskette, die Förderung nachhaltiger Forstwirtschaft, Interessensausgleich sowie die Einbindung relevanter Stakeholder in Entscheidungsprozesse. Zertifizierungssysteme unterstützen die Papierindustrie dabei, Holz zu 100 % aus legalen Quellen zu beziehen.
PEFC
PEFC wurde 1999 in Europa gegründet und bekennt sich zur kleinstrukturierten, familiengeführten Forstwirtschaft. Ein zentrales Merkmal der PEFC-Waldstandards ist die Regionen-Zertifizierung, die es Waldbesitzern ermöglicht, einem großflächigen bestehenden Zertifizierungsgebiet beizutreten. Dadurch wird die Hürde zur Anerkennung nachhaltiger Forstwirtschaft deutlich gesenkt.
Die Standards werden nach dem Prinzip der integrativen Forstwirtschaft entwickelt und orientieren sich eng am Niveau der nationalen Forstgesetze. Ziel ist es, keine unnötige bürokratische Zusatzbelastung für Waldbesitzer zu schaffen.
Als Hauptversammlungsmitglied von PEFC Austria arbeitet die Papierindustrie aktiv in internationalen Arbeitsgruppen mit, um die Integrität und Qualität der Standards weiterzuentwickeln. PEFC ist damit ein besonders geeignetes Instrument, um in der kleinstrukturierten österreichischen Forstwirtschaft die Zertifizierung voranzutreiben.
FSC
FSC wurde 1993 mit dem Ziel gegründet, insbesondere die Tropenwälder des globalen Südens zu schützen. Die Standards werden meist von nationalen Arbeitsgruppen entwickelt. Gibt es in einem Land noch keine nationale Arbeitsgruppe gibt, können auch Übergangsstandards durch Auditgesellschaften erarbeitet werden.
In Österreich hat FSC in den Wäldern bislang nur begrenzt Verbreitung gefunden. FSC eignet sich besonders für größere Waldbesitzer und Staatswälder, da neben integrativer Forstwirtschaft auch Wildnisschutzgebiete dauerhaft aus der Nutzung genommen werden sollen.
Neue Möglichkeiten durch ISO
Die ISO (Internationale Organisation für Normung) hat mit ISO 38200 „Produktkettenstandard für Holz und holzbasierte Produkte“ eine zusätzliche Option neben FSC und PEFC im Bereich der Chain-of–Custody geschaffen. ISO 38200 stellt die Rückverfolgbarkeit von Holzprodukten sicher und ermöglicht es Unternehmen, weitere zentrale Informationen verlässlich und zertifiziert an Kunden weiterzugeben.
Das Neueste zum Thema
Im Rahmen der FHP-Holzgespräche wurden Leitbetriebe und Persönlichkeiten von PEFC-Austria ausgezeichnet. Die Preise wurden insgesamt in 5 Kategorien vergeben.
Die Renewable Energy Directive II (RED II) ist eine bedeutende Richtlinie der Europäischen Union zur Förderung erneuerbarer Energien und setzt verbindliche Ziele für den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch der EU fest.
Die europäische Entwaldungsverordnung (EUDR), welche am 30.12.2024 mittels nationalen
Rechts angewendet werden muss, erfährt starken politischen Gegenwind. Die Minister Norbert
Totschnig und Martin Kocher wenden sich in einem Schreiben an die Europäische Kommission
und fordern eine Fristerstreckung und inhaltliche Nachbesserungen.