Nettingsdorf startet neue Energieanlage

Nach einer Bauphase von knapp zwei Jahren wurden im Sommer die neuen Energieanlagen am Standort Nettingsdorf erfolgreich gestartet und jetzt unter Anwesenheit des OÖ Landeshauptmanns Thomas Stelzer offiziell in Betrieb genommen. Damit geht das größte Projekt in der Geschichte des Standorts, mit einer Investitionssumme von rund 134 Millionen Euro, zu Ende. Das Projekt umfasste neben der Errichtung des Laugenverbrennungskessels, eine neue Dampfturbine sowie diverse Erweiterungen und Anpassungen in vor- und nachgelagerten Anlagen. Das Projekt war ein wesentlicher Beitrag zur Steigerung der Nachhaltigkeit und Effizienz des Erzeugers von Kraft- und Testliner.

smurfit kappa nettingsdorf ©leutner

FAKTEN

Investitionssumme:                   134 Mio. Euro

Start Realisierung:                      September 2018

Inbetriebnahme:                         Juni 2020

Laugenverbrennungskessel:    Fa. Andritz (max. 180 t Dampf/Std.)

Dampfturbine:                             Fa. Siemens (max. 28 MW)

Dampfspeicher:                           Fa. Bertsch (Speichervolumen 30 t Dampf)

Zielsetzung des rund 134 Millionen Euro Projektes war es, die bestehenden Energieanlagen zu modernisieren und somit den 1851 gegründeten Standort – vor allem die Produktionskapazität und die Arbeitsplätze – langfristig abzusichern. „Mit den neuen, effizienten Energieanlagen, die dem modernsten Stand der Technik entsprechen und maßgeblich bei der Papiererzeugung sind, können wir unseren Ansprüchen in Qualität, Quantität und Nachhaltigkeit weiterhin gerecht werden“, erklärt Günter Hochrathner, CEO Smurfit Kappa Nettingsdorf, die Motivation zum Projekt.

Neben der Standortsicherung war die Forcierung der Nachhaltigkeitsthematik ein weiterer, ausschlaggebender Punkt für die Modernisierung der Anlagen. Die Minimierung der Auswirkungen auf die Umwelt ist dabei ebenso wesentlich wie die Steigerung der Energieeffizienz.

Hauptmotivation ist und bleibt aber unser nachhaltiges Produkt, der Kraftliner, von dessen Qualität, Eigenschaften und Potenzial wir zu 100 % überzeugt sind. Erneuerbare, wiederverwertbare, biologisch leicht abbaubare Rohstoffe und daraus resultierende umweltverträgliche Verpackungslösungen sind die Zukunft. Mit unserem „smarten“ Produkt, in Kombination mit den hochmodernen Energieanlagen, leisten wir somit einen wichtigen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit und folglich zum Klimaschutz“, beschreibt Hochrathner, die Beweggründe für die Umsetzung des Großprojekts.

 

Nachhaltigkeit in vielen Facetten

Mit dem neuen Laugenverbrennungskessel, geliefert von der Firma Andritz, steigt die Dampfproduktion aus Biomasse auf bis zu 180 Tonnen Dampf pro Stunde. Der Dampfspeicher der Firma Bertsch, zur Speicherung von kurzfristig anfallenden Überschussmengen, verfügt über ein Volumen von 30 Tonnen Dampf. Die Dampfturbine mit der maximalen Leistung von 28 Megawatt kommt von Siemens. Sie ist genau an die Bedürfnisse des Standortes angepasst. Mit der erzeugten Energie könnten etwa 40.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgt werden.

Neben der Stärkung der Energieeffizienz, bedingt durch eine hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplung, sorgen die modernen Anlagen auch für eine massive Reduktion der Emissionswerte. Der neue Kessel gewinnt aus der in Ablauge der Zellstofferzeugung enthaltenen Biomasse höchst effizient Energie. Dadurch kann der (fossile) CO2-Ausstoß stark eingedämmt werden. Zudem kommt es zu einer Verminderung der Geruchs- und Feinstaubemissionen. Eine Reduktion des (fossilen) CO2– Ausstoßes um 40.000 t wird angestrebt, was etwa zwei Drittel der derzeitigen Emissionen am Standort und sogar 1,5 % der gesamten Smurfit Kappa Gruppe entspricht.

Reinhard Reiter, CEO Virgin Fibre Cluster, bringt den Nachhaltigkeitsgedanken der gesamten Gruppe auf den Punkt: „Bei Smurfit Kappa streben wir ein stetes Wirtschaften an. Das Future Energy Plant Projekt ist Teil eines größeren Investitionsprogramms der Smurfit Kappa Gruppe zur weiteren Optimierung der Nachhaltigkeit. Dank dieser Strategie können wir eine langfristige Versorgung mit hochwertigen, umweltfreundlichen Verpackungslösungen, wie es unsere Kunden von uns erwarten, sicherstellen.“

 

Eröffnung Energieanlage
v.l.n.r. Manfred Baumberger (Bgm. Ansfelden), Reinhard Reiter (CEO Virgin Fibre Cluster), Thomas Stelzer (Lhptm. OÖ), Günther Hochrathner (CEO Smurfit Kappa Nettingsdorf) c- APA/Gregor Hartl

 

Großes Projekt – Große Dimensionen

Die Größe des abgeschlossenen Projekts zeigt sich auch in den Unmengen an Material und Arbeitszeit, die bis Inbetriebnahme investiert wurden. In mehr als 850.000 Arbeitsstunden, geleistet am Standort Nettingsdorf, mit bis zu 400 Fremdmitarbeitern wurden rund 8.000 m³ Beton verbaut, Stahlkonstruktionen und Kesselteile mit einem Gewicht von jeweils rund 2.000 Tonnen verarbeitet und 13.000 Rohrschweißnähte angefertigt.

Nicht nur aufgrund der Corona-Pandemie liegt eine turbulente Zeit hinter uns. Das größte Bauprojekt in der Geschichte von Smurfit Kappa Nettingsdorf mitten im Betriebsgelände sorgte für so manche Heraus-forderung“, blickt CEO Günter Hochrathner auf die knapp 2-jährige Bauphase zurück.

Auch die Koordination der beteiligten Firmen sowie die Einbindung, Testung und Inbetriebnahme der Neuanlage bei laufender Produktion erforderte eine exakte Planung und bedurfte kontinuierlicher Abstimmungen mit allen Beteiligten.

 

Vielversprechende erste Betriebsmonate

Seit Inbetriebnahme der Anlagen im Sommer 2020 zeigen sich die ersten zu erwartenden Erfolge. Neben bereits erzielten Effizienzsteigerungen beim Laugenverbrennungskessel und bei der Dampf-turbine ist aktuell die energetische Optimierung des Gesamtsystems (Papier- und Zellstofferzeugung) in Umsetzung. Die Emissionsdaten des Laugenverbrennungskessels im Vergleich zur Altanlage sprechen ebenfalls für sich. Die Schwefeldioxidemissionen konnten um 90% reduziert werden, sowie die Staub- und Schwefelemissionen um über 80%. Darüber hinaus wurde eine wesentliche diffuse Geruchsquelle eliminiert. „Wir sind mit der Inbetriebnahme und dem bisherigen Verlauf der Integration der neuen Anlagen sehr zufrieden. Bis auf kleinere „Kinderkrankheiten“ gab es keine größeren Probleme – das ist für ein Projekt in dieser Größenordnung und Komplexität nicht selbstverständlich. Die zahlenmäßig sichtbare Reduktion der Emissionswerte ist ebenfalls eingetreten, wie auch die Steigerung der Energieeffizienz. Dank des großartigen Einsatzes unserer Mitarbeiter und aller beteiligten Firmen, konnten wir das für uns bis dato größte Projekt trotz aufwändiger Corona-Restriktionen erfolgreich zu Ende bringen“, zeigt sich Günter Hochrathner zufrieden.

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