ENERGIE
Strom und Wärme aus erneuerbaren Reststoffen für die gesamte Region

Die Effekte des Klimawandels erfordern ein Umdenken der Energieversorgung. Die Papierindustrie kann als einer der größten industriellen Ökoenergieproduzenten wesentliche Beiträge leisten. Sie versorgt Haushalte mit erneuerbarem Strom und Abwärme und trägt zur Netzstabilität bei.

FAKTEN

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Die Papierindustrie ist energieintensiv. Ihr Energiebedarf liegt bei 16.300 GWh, davon 4.500 GWh Strom und 11.800 GWh Dampf (Wärme). (2019)

Die Branche ist aber auch ein großer Energieerzeuger. mit einer Aufbringung von insgesamt 16.600 GWh Energie im Jahr 2019.

Der Großteil sind die Energieträger erneuerbar. Zu 60 % werden Reststoffe aus der Produktion wie Rinde, Biolauge oder Schlämme aus der Abwasserreinigung eingesetzt.

10 % der gesamten in Österreich aufgebrachten Energie aus Erneurbaren stammen aus der Papierindustrie.

Energie-Potentiale der Industriebetriebe nützen

Bereits heute kann der Energiebedarf von mehr als 100.000 Haushalten mit Strom und Fernwärme aus der Papierindustrie gedeckt werden. Diese Art der dezentralen Energieversorgung ist energieeffizient, spart CO2 und trägt zur Sicherung des Standorts bei. Bei der industriellen Abwärmenutzung gibt es noch ungenutzte Potentiale. Je mehr Anbieter, desto besser können sie Angebotsschwankungen gegenseitig ausgleichen. Ein Wärmekataster, der Wärmesenken und -quellen gegenübergestellt, stellt den Vorrang von vorhandenen Potentialen vor geförderten Neuanlagen sicher. Durch die Anpassung ihrer Energiemanagements können Betriebe Schwankungen im Stromnetz nivellieren (systemdienliches Verhalten). Diese entstehen durch den volatilen Charakter von z.B. Wind und Photovoltaik. Um diese Potentiale voll nützen zu können, benötigen die Betriebe unterstützende gesetzliche Rahmenbedingungen und Zugang zu den verschiedenen Reservemärkten. Ausschließende Kriterien, wie z.B. verpflichtende Stilllegungsanzeigen, sind abzulehnen.

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Effizienzkriterien bei Erneuerbaren-Förderung

Effizienz ist der wichtigste Schlüssel zur Energielösung, egal ob es um den Verbrauch, die Produktion oder die Förderung von Energie geht. Die Neuregelung der Ökostromförderung wurde in den letzten Jahren heftig diskutiert. Nun ist für Herbst 2020 ein EU-konformes Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz zu erwarten. Bei möglichst großer Marktnähe und Systemverantwortung muss sichergestellt werden, dass jene Anlagen gefördert werden, die Ökostrom am günstigsten bei maximaler CO2-Einsparung erzeugen. Bei rohstoffabhängigen Anlagen ist dabei ein möglichst hoher Brennstoffnutzungsgrad wichtig, damit mit dem eingesetzten Rohstoff eine maximale Energieausbeute erzielt wird.

Grünes Gas als Alternative?

Erdgas spielt sowohl für die Wärme- und Stromversorgung industrieller Prozesse, genauso für Haushalte und Gewerbe eine zentrale Rolle. Als Alternative zu Erdgas wird „Grünes Gas“ (Biogas und grüner Wasserstoff) diskutiert. Ob ausreichend Rohstoffpotentiale dafür verfügbar sind, ist allerdings fraglich. Wichtig ist es daher, bereits im Vorfeld Fragen der Rohstoffverfügbarkeit und -logistik, technische Einsatzmöglichkeiten, Wirtschaftlichkeit und seine Finanzierung zu klären. Zur Zielerreichung der Grünen Gas-Anteile müssen auch bereits aktuell vorhandene Potentiale berücksichtigt werden, selbst wenn diese ohne Netzeinspeisung direkt verwendet werden. Die Papierindustrie wird jedenfalls sowohl als Gasverbraucher, aber auch als Biogasproduzent aus Rest- und Abfallstoffen, ein wichtiger Partner sein.

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Faire Wettbewerbsbedingungen bei Energie-Nebenkosten

Unterschiedliche Rahmenbedingungen in einzelnen EU- Ländern verzerren den innergemeinschaftlichen Wettbewerb. Österreichische Unternehmen haben etwa einen klaren standortpolitischen Nachteil hinsichtlich Energienebenkosten. Allein in Deutschland erhalten Industriebetriebe energiepolitische Entlastungen aus unterschiedlichen Titeln. Dadurch entstehen den österreichischen Unternehmen Kostennachteile in Millionenhöhe, die wieder anderweitig ausgeglichen werden müssen. Verschärft wurde dieses Gefälle durch die Trennung der deutsch-österreichischen Strompreiszone im Oktober 2018. Es gilt hier die Wettbewerbsbedingungen innerhalb der EU zu harmonisieren.

 

BEST PRACTICE

Fernwärmerohrbau Sappi

PAPIERINDUSTRIE LIEFERT
FERNWÄRME AN HAUSHALTE IN DER REGION

Die Papierindustrie versorgt schon seit Jahren ihre nähere Umgebung mit Abwärme. Ein erfreuliches Großprojekt in diesem Zusammenhang ist die 11 km lange Fernwärmeleitung der Papierfabrik Sappi Gratkorn nach Graz. Durch das Projekt können 40.000 Haushalte in Graz mit Abwärme versorgt und insgesamt 50.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Ansprechpersonen

Energietechnik
Renate Kepplinger
renate.kepplinger@austropapier.at

Energiepolitik
Birgit Krista
birgit.krista@austropapier.at

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