KLIMAPOLITIK
Wirksamer Klimaschutz für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Industrie

Die Papierindustrie bekennt sich zu den Klimazielen und der Vorbildfunktion Europas. Allen voran muss der Wiederaufbau nach der Krise klimagerecht und gleichzeitig standortsicher gestaltet werden. Maßnahmen zum Schutz des Klimas und der heimischen Industrie müssen kein Widerspruch sein.

FAKTEN

klimaschutz

Die Papierindustrie bekennt sich zu den Klimazielen und zur Dekarbonisierung.

Sie unterliegt dem Emissionshandel und emittierte im Jahr 2019 1,7 Mio. Tonnen fossiles CO2.

Gegenüber 2000 erreicht sie 2019 eine absolute CO2-Reduktion um 20 %, obwohl heute um 600.000 Tonnen oder 14 % mehr Papier produziert wird als im Jahr 2000.

Die fossilen CO2-Emissionen je Tonne Papier konnten insgesamt um 30 % gegenüber 2000 verbessert werden.

Die geltenden Klimaziele für 2030 und die gesetzlich verankerte Klimaneutralität bis 2050 sind im internationalen Vergleich äußerst ambitioniert. Die österreichische Regierung hat sich dazu bekannt, das Ziel bereits zehn Jahre früher zu erreichen, also bis 2040. Wesentliche Gesetzesmaterien und Klimainstrumente müssen dadurch überarbeitet und verschärft werden: zum Beispiel das europäische Emissionshandelssystem, Maßnahmen im Bereich des Non-ETS und Richtlinien zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.

Papierindustrie investiert in Klimaschutz

Die Papierindustrie bekennt sich zu den Klimazielen und trägt auch aktiv zur CO2-Reduktion bei. Sie hat bereits ihre CO2-Emissionen erfolgreich vom Wirtschaftswachstum entkoppelt und ihr fossiles CO2 von 2000 bis heute um 20 % gesenkt. Auch für die nächsten Jahre haben mehrere Fabriken Investitionen in CO2-Reduktionsmaßnahmen bekanntgegeben. Diese betreffen zum Beispiel die Entwicklung innovativer und nachhaltiger Produkte oder die nachhaltige Gestaltung der Energieversorgung. Für die Papierindustrie gilt es die Chancen, die die Dekarbonisierung bietet, zu nutzen. Wesentlich für weitere und stetige Verbesserung ist dabei die finanzielle Unterstützung von CO2-armen Technologien, dort wo sie unter den geringsten Kosten den größten Nutzen erzielen.

Reduktion der absoluten fossilen CO2 Emissionen seit 2000
20%
Reduktion der fossilen CO2-Emissionen pro Tonne Papier
40%
Steigerung der Papierproduktion seit 1990
70%
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Gleiche Bedingungen für alle

Europa kann und soll eine Führungsrolle beim Klimaschutz einnehmen. Dafür braucht es faire Wettbewerbsbedingungen innerhalb Europas aber auch global. Optionale Maßnahmen, wie jene der indirekte CO2-Kostenkompensation, die es einzelnen Ländern erlauben, ihren Emissionshandelsunternehmen die CO2-Kosten rückzuerstatten, müssen unten einheitliche Rahmenbedingungen gestellt werden. Während viele EU-Staaten diese Möglichkeit für ihre Industrie nutzen, wird sie etwa in Österreich nicht gewährt, was den innereuropäischen Wettbewerb verzerrt und den Standort Österreich schwächt. Für die Industrie ist es unabdingbar, dass ein breites Level-Playing-Field herrscht. Betriebe, die dem CO2– Handel unterliegen, dürfen nicht doppelt belastet werden. Solange es noch unterschiedliche Geschwindigkeiten im weltweiten Klimabemühen gibt, sind wirksame Carbon Leakage-Schutzbestimmungen, wie derzeit die Gratiszuteilungen im Emissionshandel, eine wichtige Voraussetzung für die Unternehmen. Ein internationaler Gleichklang in der Klimapolitik ist ein wichtiger Rahmen, um Klimaziele wirtschaftlich zu schaffen.

Klimazölle

Aktuell in intensiver Diskussion ist außerdem die Entwicklung eines Carbon Border Adjustment Mechanismus, um die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Ländern außerhalb Europas zu stärken. Dieser soll zum einen aktuelle Maßnahmen, wie die Gratiszuteilung von CO2-Zertifikaten, ersetzen und gleichzeitig europäische Unternehmen davon abhalten, in andere Länder mit niedrigeren CO2-Standards abzuwandern. Jegliche Maßnahme, die einer CO2-Steuer gleichkommt, kann nur auf europäischer, idealerweise aber sogar globaler Ebene ein wirksames Instrument sein. Wesentlich werden die Ausgestaltung und Sicherheit eines solchen Mechanismus sein. Im Vorfeld ist in jedem Fall eine Vielzahl von Faktoren ausreichend zu bewerten, um die individuellen Auswirkungen einer neuen Maßnahme auf alle Branchen deutlich zu machen.

Zellstoff Pöls
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CO2 in holzbasierten Produkten binden

Wälder sind wichtige CO2– Speicher. Wird das Holz zu Produkten verarbeitet, bleibt das CO2 weiterhin in diesen gespeichert. Die Studie “Climate effect of the forest-based sector in the European Union“ hat untersucht, welchen CO2-Effekt Produkte und Prozesse der Forstwirtschaft haben. Die Studie der Europäischen Papierindustrie, gemeinsam mit Partnern entlang der gesamten Wertschöpfungskette Holz, kommt zum Schluss, dass der forstbasierte Sektor jedes Jahr 806 Mio. Tonnen an CO2 einspart. Das entspricht 20 Prozent der gesamten CO2-Emissionen der EU.

BEST PRACTICE

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STARKES COMMITTMENT
LENZING GRUPPE BEKENNT SICH ZUR CO2-NEUTRALITÄT BIS 2050

Lenzing wird die CO2-Emissionen substantiell reduzieren, um bis 2050 klimaneutral zu werden. Nicht nur bei bestehenden Produktionsprozessen, sondern auch beim Bau neuer Zellstoff- und Lyocell-Anlagen achtet Lenzing auf CO2-arme Energiequellen und Verfahren. Ein erster Meilensteil ist 2030 – bis dahin werden die Emissionen pro Tonne produziertem Zellstoff und Fasern um 50 % im Vergleich zu 2017 gesenkt. Die Maßnahmen, die gesetzt werden, entsprechen den Zielen des Pariser Klimaabkommens und werden deswegen als „science based“ anerkannt.

Ansprechperson

Dipl.-Ing. Kathrin Höfferer
kathrin.hoefferer@austropapier.at

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