Papierindustrie sieht bei EAG Nachbesserungsbedarf

Die Papierindustrie sieht beim Entwurf des Erneuerbaren-Ausbau-Gesetzes starken Nachbesserungsbedarf. „Wir unterstützen die Klimaziele der Bundesregierung und begrüßen, dass beim EAG nun endlich weitere Schritte gesetzt werden.Allerdings gibt es enormes Verbesserungspotential, was die Verwendung der Fördermittel aber auch den Einsatz von erneuerbaren Ressourcen anbelangt.“ fasst Austropapier Präsident Kurt Maier zusammen.

Die Papierindustrie ortet Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung auf allen Ebenen. Das beginnt bei den Fördermitteln, die zwar grundsätzlich mit 1 Milliarde Euro festgelegt sind, aber – falls für die Zielerreichung erforderlich – weiter erhöht werden können. Die Papierindustrie plädiert hier für eine Deckelung, um allen Stromkonsumenten, die in das System einzahlen, zumindest Planungssicherheit zu gewährleisten.

Besonders enttäuscht zeigt sich die Branche, dass die Chancen zur Nutzung von Ausschreibungen bei der Fördervergabe nicht stärker genutzt wurden. Der Mindestbrennstoffnutzungsgrad bei den Biomasseanlagen wurde ebenfalls seit 2006 nicht weiter angehoben und beträgt weiterhin 60 Prozent. Das bedeutet, dass von 100 % Holzenergie, die in den Ofen eingebracht werden, 40 % verloren gehen. Und mehr noch, sollen die 60 Prozent sogar noch unterschritten werden dürfen, nämlich dann, wenn Schadholz eingesetzt wird. Was erst einmal nachzuweisen wäre.

Es fehlen auch jegliche Anreize, diese Anlagen jemals zur Marktreife zu führen. Bestandsanlagen können nämlich laut Gesetz bis zu 30 Jahre lang subventioniert werden. „Die Bundesregierung hätte jetzt die Möglichkeit gehabt, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Österreicher mehr Ökostrom für ihr Steuergeld bekommen. Das tut uns als holzverarbeitende Branche gerade bei Holz weh, weil es hier nicht nur um unseren wichtigsten Rohstoff, sondern den wichtigsten Rohstoff im Kampf gegen die Klimakrise handelt!“, zeigt sich Maier besorgt. Die Papierindustrie fordert hier zumindest eine Definition, welche Sortimente energetisch genutzt werden dürfen, um den Ressourcenkonflikt nicht weiter zu verstärken. Denn Branchen, die Holz stofflich nutzen, werden doppelt belastet: Einerseits kommen sie für die hohen Förderkosten auf, andererseits tragen sie höhere Kosten durch ungleiche Marktverschiebungen.

Der Wald leidet auch unter dem Klimawandel, was zu immer höherem Schadholzanfall führt. Andererseits wird aber Holz als Lösung für alles beim Klimaproblem gesehen. Genau diese Zwickmühle zwingt uns zu höchstmöglicher Ressourceneffizienz. Als Energieträger setzt Holz sofort den gespeicherten Kohlenstoff in Form von CO2 frei, in Produkten bleibt er über lange Zeit gebunden.

Die Papierindustrie stellt aus Holz Produkte her, die jetzt – und in Zukunft noch viel mehr – fossilbasierte Produkte ersetzen sollen, die erneuerbar und wiederverwertbar sind. Wir sprechen hier von Papier- statt Verpackungen auf fossiler Basis, aber auch von vielen weiteren Produkte, in denen zukünftig Holz statt (Mikro)plastik zu finden sein könnte: Lebensmittel, Textilien, Drogerie- und Reinigungsmitteln u.v.m. Zusätzlich werden die Produktionsreststoffe noch zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt. Damit hat sich die Branche in Österreich als einer der größten Ökostromerzeuger etabliert. Insgesamt kommen 10 Prozent der gesamten erneuerbaren Energie mittlerweile aus der Papierindustrie.

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Julia Löwenstein
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