Webinar: Was folgt auf die Plastik-Ära?

Gibt es die EINE Verpackung der Zukunft?

Um die Meeresverschmutzung durch Kunststoffe einzudämmen, setzt die EU Maßnahmen gegen bestimmte Einweg-Kunststoffprodukte wie etwa Plastikgeschirr oder Strohhalme. Gerade im Bereich der Verpackungen gibt es noch großes Reduktionspotential, aber auch eine Reihe an Herausforderungen. In einem von Austropapier in Kooperation mit BioBASE veranstalteten Webinar diskutierten VertreterInnen aus Wirtschaft und Wissenschaft über die Zukunft verschiedener Verpackungsmaterialien.

Einweg-Kunststoff-Verpackungen sind aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Sie sind praktisch, schützen unsere Lebensmittel, verrotten jedoch nicht, wenn sie in die Umwelt gelangen. Verpackungen aus Papier, Karton oder Wellpappe stellen eine ökologische Alternative dar. Könnten aber, wenn sie mit Kunststoff beschichtet sind, ebenfalls unter den Geltungsbereich der EU-Richtlinie fallen, so Birgit Krista, Umweltreferentin von Austropapier.

Die Kunststoffbeschichtungen werden auf die Papierverpackungen aufgebracht, um die Lebensmittel zu schützen, dies führt allerdings wiederum zu Problemen beim Recycling.“ erklärt Samir Kopacic vom Institut für Biobasierte Produkte und Papiertechnik die Problematik. Er forscht daran, diese „Barrierebeschichtungen“ biobasiert anzubieten und sieht in Österreich noch großen Nachholbedarf im Bereich der universitären Bildung & Ausbildung sowie Forschung und Entwicklung im Bereich Verpackungstechnik.

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Die Kriterien der Funktionalität und Verpackungskosten mit Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit unter einen Hut zu bringen, darin besteht die Herausforderung. Für Lebensmittelproduzenten und -vermarkter wie Vivatis ist laut Alexandra Holzmann, die Verpackung in erster Linie Mittel zum Zweck um die Lebensmittelsicherheit für den Konsumenten zu gewährleisten. „Wir prüfen laufend, ob und wie wir unsere Verpackungen reduzieren oder nachhaltiger zu gestalten können, aber immer unter der Prämisse, die Lebensmittelqualität und Haltbarkeit nicht negativ zu beeinflussen.“ Hier ist noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit notwendig.

Verpackungen recyclingfähig zu machen und die Recyclingquoten von Kunststoff-Verpackungen zu steigern, sieht auch Clemens Zimmerer von Constantia Packaging als wichtiges Ziel. Die Gesellschaft müsse Verpackung mehr Wert geben, denn so betont er „Es ist nicht das Material schlecht, sondern wie wir damit umgehen als Gesellschaft“. Für Stephan Kaar, Geschäftsführer des Wellpappewerks von Rondo Ganahl, ist Altpapier bereits heute ein wertvoller Rohstoff und Wellpappe die umweltfreundliche und nachhaltige Verpackung der Zukunft. „Wellpappe ist eine Kreislaufverpackung. In Österreich werden 98,8 % der Wellpappeverpackungen recycelt. Bis zu 25 Mal können die Fasern wiederverwertet werden und der Rest, ist biologisch abbaubar. Altpapier ist für uns Wertpapier.“

Generell so bilanziert Thomas Timmel, Moderator und Geschäftsführer von BioBASE, sei Verpackung enorm wichtig, weil sie Lebensmittel schützt und so Lebensmittelverschwendung reduziert. Die Herausforderung besteht darin, die zahlreichen Anforderungen an Verpackungen mit den Kriterien Umwelt und Nachhaltigkeit zu verknüpfen und gleichzeitig der Verpackung mehr Wert zu geben. Um alle Verpackungen recyclingfähig zu machen, ist noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit notwendig. Hier fehlen auch Ausbildungsangebote, insbesondere im Hochschulbereich. Aber auch die Gesellschaft muss in Richtung Verpackung sensibilisiert werden. Verpackung muss als Wertstoff und nicht als Müll gesehen werden. Die einfache und praktikabele Entsorgung ist eine Grundvoraussetzung um das recyclingfähige Material wieder in den Kreislauf zurückzuführen.

Sie haben das Webinar verpasst? Hier können Sie es nachsehen: LINK

Moderation: Thomas Timmel (BioBASE)

DiskussionsteilnehmerInnen:
alexandra holzmann

Alexandra Holzmann (Leitung Konzern Innovations- und Digitalisierungs-management, Vivatis AG)

stephan kaar

Stephan Kaar (Geschäftsleiter Wellpappewerk, Rondo Ganahl)

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by lunghammer tugraz

Samir Kopacic
(Institut für Biobasierte Produkte und Papiertechnik, TU Graz)

krista 171 frei

Birgit Krista
(Referentin für Umwelt, Austropapier)

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Clemens Zimmerer (Strategic Product Manager Sustainability lidding systems, Constantia Flexibles)

Rückfragen
Julia Löwenstein
Austropapier Öffentlichkeitsarbeit
julia.loewenstein@austropapier.at
+43 6506201079

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