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Interviews

UNSER BIOGAS SPART ERDGAS.
Essity stellt in Ortmann (NÖ) Toilettenpaper und andere Hygieneprodukte vorwiegend aus Altpapier her. Das Werk ist
das einzige große Industrieunternehmen im oberen Piestingtal und betreibt gemeinsam mit fünf umliegenden Gemeinden
eine Verbandskläranlage, wo eigenes und kommunales Abwasser vor der Einleitung in die Piesting gereinigt wird.

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Wir gewinnen Biogas, indem wir die Abwässer
aus der Kläranlage vorbehandeln. Mit unserer neuen Siebbandfilteranlage können wir sogar Mikroplastikpartikel abfangen.

Robert Hütterer, Leiter Energie und Umwelt, Essity Ortmann

Essity hat in Ortmann in den Gewässerschutz investiert.

Was genau haben Sie gemacht?

Unsere gemeinsame Verbandskläranlage gibt es schon seit dreißig Jahren. Vor etwa zehn Jahren haben wir nachträglich eine anaerobe Klärstufe eingebaut, die nur die Abwässer der Papierfabrik behandelt. Da entsteht jetzt unser Biogas. Schließlich kam vor zwei Jahren vor dem Auslauf in die Piesting noch eine Siebbandfilteranlage mit besonders enger Maschenweite dazu, sodass Mikroplastikpartikel abgefangen werden.

Und wie steht es um die CO2-Emissionen?

Da hilft uns die eben schon erwähnte anaerobe Vorbehandlung. Durch diese werden im Abwasser gelöste Zuckerverbindungen und organische Säuren in Kohlendioxid und Methan, sogenanntes Biogas, umgewandelt und somit aus dem Abwasser entfernt. Dieser Prozess findet baulich in drei Edelstahlbehältern statt: Vorversäuerung, Konditionierung und Anaerob-Reaktor. Nach einer Gasreinigung haben wir dann keinen Schwefel mehr drinnen und einen Methangehalt von 88 Prozent. Das ist fast so gut wie bei Erdgas. Am Ende bleiben uns am Tag bis zu 3000 m³ Reingas, dass wir mit einer Kraft-Wärme- Kopplung zur Erzeugung von Strom und Wärme verwenden. Damit vermeiden wir pro Jahr 1500 Tonnen CO2. Weiters liefern wir Fernwärme aus Abwärme an mehr als 200 Endkunden in Pernitz, was lokal noch einmal rund 1500 Tonnen CO2 einspart. Schließlich entstehen weitere indirekte CO2-Einsparungen, wenn unser Schlamm aus der Altpapieraufbereitung und der Kläranlage im naheliegenden Zementwerk und in der Ziegelindustrie als Zuschlagschlagstoff verwendet werden.

Hat die Pandemie etwas verändert?

Natürlich beim Verkauf unserer Produkte: zum einen gab es den Toilettenpapier-Boom im letzten Frühjahr – darüber wurde ja in den Medien ausführlich berichtet. Zum anderen ging die Nachfrage aus dem Gastro- und Professional-Hygiene-Bereich zurück. Außerdem sehen wir beim Altpapier-Einkauf, dass bei den niedrigen Sorten jetzt etwas mehr braunes, holzhaltiges Gut dabei ist. Es wird ganz einfach mehr „Online“ eingekauft und diese Waren werden in Schachteln ausgeliefert. Der Betrieb der Kläranlage wird aber durch diese Veränderung nicht beeinträchtigt und wir sind stolz darauf, dass wir die Ablauf-Grenzwerte im vergangenen Jahr zu 100 % einhalten konnten.

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