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Interviews

UNSERE TRAUN BRINGT 45 GWH STROM.
Die Papierfabrik Laakirchen (OÖ) ist einer der größten Standorte der Papierindustrie. Vor zwei Jahren wurden die beiden
angrenzenden Stufen der Traun, Kohlwehr und Danzermühl, zusammengelegt und ein ganz neues, effizienteres und ökologischeres
Wasserkraftwerk in Betrieb genommen.

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Mit unserem neuen Wasserkraftwerk erzeugen
wir noch effizienteren und umweltfreundlicheren Strom und sparen CO2.

Thomas Strauss, Leiter Energie und Umwelt, Laakirchen Papier

Wie sind ihre Erfahrungen nach dem ersten vollen Jahr?

Ja, es läuft super. Die Wasserführung 2020 war gut und so haben wir 45 GWh Strom erzeugt, was immerhin zehn Prozent unseres Verbrauchs ausmacht und errechnete 10.000 Tonnen fossiles CO2 pro Jahr vermeidet. Und das gegenüber den schon niedrigen Emissionen aus dem hocheffizienten Gaskraftwerk der CMOÖ unserem Contracting-Partner am Standort. Ansonsten kooperieren wir energiemäßig mit der Papierfabrik in Steyrermühl, die zwei Kilometer flussabwärts liegt. Im gemeinsamen Wirbelschichtkessel der EEVG werden Schlämme und Rejekte aus beiden Fabriken verwertet, um daraus Energie zu gewinnen. CO2 ist bei uns aufgrund unserer Klimaverantwortung ein wichtiges Thema, aber auch weil die Preise für Emissionszertifikate in den letzten Jahren stark gestiegen sind. Das scheint zwar teilweise spekulativ und wir haben auch die wichtigen freien Zuteilungen, aber dennoch – Industrieunternehmen brauchen dazu eine Strategie.

Was ist mit Ihrer CO2- Strategie?

Darüber reden wir in der Heinzel  Gruppe gerade sehr intensiv und schon demnächst wird es dazu neue Ziele, Maßnahmen und Investitionen geben. Langfristig arbeiten wir auf eine Klima- Neutralität hin – unsere Parameter sind Energieeffizienz bei der Erzeugung und im Verbrauch und erneuerbarer Strom und Wärme.

Welche Möglichkeiten gibt es da in Laakirchen?

Wie gesagt, das neue Wasserkraftwerk ist da ein großer und sichtbarer Schritt gewesen. Die thermische Nutzung unserer Reststoffe bringt ebenfalls Ökoenergie. Dann haben wir noch fast 4 Millionen m3 Biogas aus der Anaerobie unserer Kläranlage, mit einem Heizwert von 75 Prozent im Vergleich zu Erdgas. Die Ersparnis hier sind 6.000 Tonnen CO2. Aber auch unsere neue Photovoltaik gehört dazu, und Projekte für mehr Energieeffizienz an den Maschinen. Und auch das gehört dazu: wir sparen CO2 indirekt, wenn unsere Verbrennungsasche als Zuschlagstoff
im Straßenbau zum Einsatz kommt. Zur Bodenstabilisierung ersetzt sie den CO2-intensiven Kalk und Zement.

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